Projektfahrt nach Sachsenhausen 

  Sachsenhausen ist die Mahn- und Gedenkstätte in Oranienburg in der Nähe von Berlin. In dem ehemaligen Konzentrationslager (auch kurz "KZ" genannt) wird man in die Vergangenheit der deutschen Geschichte zurückversetzt. Dort gewinnt man eine genaue Vorstellung davon, wie es dort vorging bzw. aussah. So etwas hautnah zu erleben, ist wesentlich besser, als nur darüber in Büchern zu lesen oder Filme darüber zu gucken. Unsere Klasse besuchte im Rahmen eines Projektes im Geschichtsunterricht diesen Ort. In Sachsenhausen wird die Geschichte eines Konzentrationslagers erzählt. In den letzten Jahren hat sich der Name der heutigen Mahn- und Gedenkstätte verändert. Früher, so im Jahre 1933-1934 hieß es zum Beispiel "Konzentrationslager Oranienburg". Im Laufe der Zeit wurde es immer wieder umbenannt. In der Zeit der Gefangenschaft waren mehrere Gruppen von Inhaftierten vertreten, unter anderem: Politische Gegner, Juden, Homosexuelle, sogenannte ‚Asoziale'. Mehr als 200.000 Menschen aus ca. 40 Nationen waren dort gefangen. Dass die Zeit für diese Menschen nicht leicht war, ist nachvollziehbar. In welcher Todesangst sie gelebt haben mussten! Wie viel sie arbeiten mussten! Diese Fragen gingen mir durch den Kopf, als ich auf dem großen Apellplatz mitten im Lager stand. Als sie früher hier standen, während ihre Namen aufgerufen wurden, sie abgezählt wurden, wie mögen sie sich gefühlt haben? Ich bekam das gewisse Gefühl vermittelt, dass man Respekt vor denen hat, die dies alles überstehen mussten. Ich gingndurch Sachsenhausen, sah die leeren Plätze, wo einst mal mehr als 150 Baracken standen. Nur sehr wenige Baracken sind noch erhalten geblieben, auch nur nachgebaute. Mir selber ging ein unangenehmes Gefühl durch den Magen, wenn ich mir vorstellen muss, dass in einigen Baracken sogar 500 Häftlinge lebten, obwohl meist nur mindestens 200 hinein passten. Und dann auch noch unter diesen Umständen. Nur sich wirklich in deren Lage hineinversetzen, kann man nicht. Ich bin ja nicht in so einer Situation. Bevor wir ins Lager gegangen sind, gingen wir einen Weg entlang und genau auf diesem Weg auch wurden die Häftlinge in ihre Gefangenschaft geführt. Manchmal habe ich mich gefragt, ob vielleicht gerade hier, wo ich stehe, ob da vielleicht jemand gestorben ist oder Schmerzen erleiden musste. Ich vermute, dass auch nicht jeder GLEICH behandelt wurde. Irgendwelche Gruppen wurden vielleicht "besser" behandelt. Nicht gut - aber besser. Aber genau weiß ich das nicht. Jeder kennzeichnete mit seiner Kleidung die Dazugehörigkeit zu einer Gruppe. Diese Informationen wurden uns während der Führung durch das KZ näher geführt. Ich finde es schlimm, hören zu müssen, wozu Menschen früher in der Lage waren. Besonders die Zeiten von Hitler müssen für viele Menschen grausam gewesen sein. Viele Familien wurden auseinander gerissen. Ich fand die Führung gut, auch wenn ich leider nicht mehr allzu viel sehen konnte, nur Überreste lassen erahnen, was sich alles auf diesem großen Platz des Konzentrationslagers abgespielt hat. Ich habe viele neue Erkenntnisse mitgenommen und bedanke mich für den Tag. Die deutsche Geschichte bleibt letztendlich in Erinnerung.

Vanessa Wienhöft Klasse 9a  

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