Mobbing - geht uns alle an 

 
 
  Mobbing, dieses Wort kann ich nicht mehr hören, dachte sich so mancher Schüler, als er von dem Projekt der 7. und 8. Klassen der Schule am Inselsee erfuhr. Da es aber fast täglich zu Konflikten und Ausgrenzungen einzelner Schüler kommt und sie Opfer von gezielten sowie sich wiederholenden Angriffen werden, muss man diese Thematik allen bewusst machen. Eigenes Erleben bzw. selbst gemachte Erfahrungen wirken länger und regen eher zum Nachdenken an als der erhobene Zeigefinger oder maßregelnde Ansprachen. Also verwandelte sich am 1. Dezember 2011 die Schulaula in ein Klassenzimmer, das ein junger Mann in der Annahme betrat, sich seiner neuen Klasse vorzustellen. Dabei handelte es sich um einen Schauspieler des Neuen Schauspiels Lüneburg, der ohne imposante Requisiten seine bisherigen Erlebnisse als Schüler Jürgen Rickert in einer Vielzahl Schulen und Klassen zum Besten gab. Seine überzeugende, intensive und glaubwürdige Darstellung der erfahrenen Demütigungen, Beleidigungen, Diskriminierungen und teilweise Ausweglosigkeit seiner Situation ging den anwesenden Zuschauern nahe wie man den betroffenen und mitfühlenden Mienen entnehmen konnte. Mit diesen Emotionen im Gepäck fanden sich die Schüler in sechs jahrgangsübergreifenden Arbeitsgruppen zusammen. Die Teams wurden von Teilnehmern eines Lehrgangs für Präventionsbeamte und Lehrbeauftragten des Fachbereichs Polizei der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege sowie von Schauspielern und Schülern der 10. Klasse geleitet. Jeder Arbeitskreis befasste sich mit dem Mobbing, setzte sich aber mit verschiedenen Aspekten auseinander. Es wurden solche Fragen aufgegriffen und angeregt diskutiert wie: Wann und wie ist Mobbing strafbar bzw. wird strafrechtlich verfolgt? Was ist Cybermobbing und wie funktioniert es? Wie beeinflusst Mobbing die Psyche und welche Folgen ergeben sich daraus? Wie wird Mobbing in der Schule erlebt bzw. praktiziert? Handelt es sich beim Mobbing um ein Jugendphänomen? Welche Strategien und Konzepte kann man zur Vermeidung des Mobbings befolgen? Die Ergebnisse der einzelnen Projektgruppen wurden nach der Mittagspause präsentiert.
Hervorragend vom Landespolizeiorchester M-V, das als zusätzlichen Gast einen beeindruckend aufspielenden Beatboxer als Überraschung mitbrachte, umrahmt und begleitet, zeigten alle Siebt- und Achtklässler mit Bravour und der Unterstützung ihrer Gruppenleiter auf, wie kreativ sie sein können. Als Arbeitsresultate konnten aussagekräftige Plakate, die hinreichend von ihnen bei der Vorstellung erläutert wurden, kleine Rollenspiele und ein Zuschauerquiz bestaunt werden. Dass gemeinsames Lernen und das tägliche Miteinander auch ohne Ausgrenzung oder Spiesrutenlauf eines Einzelnen funktioniert, hat dieses Projekt eindrucksvoll bewiesen. Es bleibt die Hoffnung, dass die Erlebnisse lange nachwirken und ein Umdenken bei Tätern und Mitläufern beginnt. Viele Schüler zeigten sich während der Nachbereitung des Projekttages von den besprochenen Inhalten und den Umgang mit ihnen begeistert und bedanken sich stellvertretend bei den Organisatoren, der Schulsozialarbeiterin Frau Ines Lüders und Herrn Thomas Haarweg von der FHöVPR M-V.

Sabine Rinck  
 

 

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